"Dieses Album war eigentlich so nicht beabsichtigt", sagt Eric Clapton. "Ich habe die Dinge einfach laufen lassen. Herausgekommen ist eine Sammlung von Songs, die nicht wirklich auf der Hand lagen. Für mich kamen sie überraschend und genauso wird es für die Fans sein."
Auf "Clapton", seinem 19. Soloalbum, erforscht der einzige Musiker, der gleich dreimal in die Rock and Roll Hame Of Fame aufgenommen worden ist, die ganze Bandbreite von Einflüssen, die ihm geholfen haben, sein musikalisches Ausdrucksvermögen zu finden. Aus dem Funken einer Idee – dem Wunsch, einige Jazz-Standards aufzunehmen, mit denen er aufgewachsen ist, und dazu ein paar Songs seines Freundes J.J. Cale – hat Clapton eine umfassende Kollektion zusammengestellt: von hundert Jahre altem Brass-Band-Sound über unbekannte Country-Blues-Nummern zu brandneuen Eigenkompositionen. Das Resultat klingt entspannt und anders als alles, was der Gitarrist in seiner bisherigen Karriere aufgenommen hat.
"Immer, wenn es daran geht, ein Album aufzunehmen, stehe ich entweder unter dem Druck, etwas Großes ausdrücken zu wollen oder gar nichts", sagt Clapton. "Wenn da nichts ist, wende ich eine List an und dann kommt oft etwas Interessantes darunter hervor. So sind einige meiner wichtigsten Alben entstanden, ‚Unplugged' zum Beispiel. Bei diesem neuen Album dachte ich, dass wir sicher viel Spaß haben werden. Es gab keine Vorüberlegungen, alles kam wie von allein an die Oberfläche."
Nach "Back Home" (2005) war Clapton in verschiedenen Projekten mit anderen Musikern involviert, darunter einem Album mit J.J. Cale ("The Road To Escondido", 2006), einer historischen Tournee mit Steve Winwood (dokumentiert auf der Grammy-nominierten "Live At Madison Square Garden") sowie einer Zusammenarbeit mit Jeff Beck. Dieser Geist lebt auf "Clapton" weiter: Co-Produzent und Gitarrist Doyle Bramhall II gehört ebenso dazu wie eine bemerkenswerte Schar von Musikern wie Schlagzeuger Jim Keltner, Bassist Willie Weeks und Keyboarder Walt Richmind. Später stießen bei den Sessions noch Winwood, Cale, Wynton Marsalis, Sheryl Crow, Allen Toussaint und Derek Trucks hinzu.
"Das Album wurde in der drei verschiedenen US-Bundesstaaten und zwei Ländern aufgenommen. Es gab uns die Möglichkeit, einen musikalischen Traum auszuleben. Es war eine sehr produktive Zeit, denn die Musik selbst hat uns den Weg gezeigt", sagt Doyle Bramhall II.
Claptons Begeisterung für den Blues hat sein musikalisches Leben von den frühen Tagen mit den Yardbirds und John Mayall's Bluesbreakers bis zu seiner jüngsten Zusammenarbeit mit B.B. King und der seiner Überarbeitung der Songs von Robert Johnson definiert. Weniger vertraut mag dagegen das Aufeinandertreffen von ausgelassenen Jazznummern und typischen Pop-Standards sein, die "Clapton" ebenso ausmachen.
"Ich liebe die Musik von älteren Künstlern", sagt Clapton. "Wenn ich Musik höre, gehe ich in der Zeit zurück. Die meisten Leute versuchen herauszufinden, wie sie auf die Überholspur kommen. Ich gehe den umgekehrten Weg, ich möchte herausfinden, ob ich diese Musik von damals hinbekomme."