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CD Besprechungen von vielen Eric Clapton Alben kann man hier lesen.
J.J. Cale & Eric Clapton: The Road To Escondido
"We are such stuff / As dreams are made on" lässt Shakespeare seinen Prospero in "Der Sturm" sagen. Ein bekanntes Zitat, das auch J.J. Cale und sein ungleich berühmterer Verehrer Eric Clapton für sich beanspruchen können. Dieses Album stellt in der Tat die Verwirklichung eines Traumes dar, nicht nur aus der Sicht der Fans.
Aus dem Repertoire des verschrobenen Kaliforniers lieh sich Clapton "After Midnight" und "Cocaine" aus. Dem weltbekannten Engländer verdankt Cale sprudelnde Tantiemen und damit die Möglichkeit, abseits des ihm verhassten Rummels ein sorgloses Leben in der Einsamkeit zu verbringen. Erstaunlich eigentlich, dass es über 30 Jahre dauerte, bis die zwei im Studio zusammen fanden.
Konkreter Anlass war ein gemeinsamer Auftritt bei dem 2004 von Clapton veranstalteten Festival "Crossroads". Ob er nicht Lust hätte, ein Album für ihn zu produzieren, fragte Clapton. Die Antwort liegt nun vor: Eine gemeinsame Platte, zu der Cale elf und Clapton ein Lied beitrug, wobei sich die beiden Produktion, Gitarrenparts und Mikrophon teilten. Um nicht allein dazustehen, luden sie viele namhafte Gäste ein, unter ihnen Taj Mahal, John Mayer, Derek Trucks und Billy Preston.
"Danger" legt die Latte von Beginn an hoch. Preston steuert soulige Orgeltöne bei, Cale und Clapton singen gemeinsam die Melodie, ohne sich an Harmonien abzumühen. Die Begleitung mahlt im Hintergrund. Bei genauem Hinhören entdeckt man dort ein lebensfrohes Gewusel aus Bass, Schlagzeug und mehreren Gitarrenparts. Das Gesamtergebnis klingt jedoch entspannt und gut gelaunt - womit Cale seinen Stil klar durchsetzt.
Back Home
Bei Eric Claptons neuem Album geht die Fragestellung, was der Künstler auf dem Herzen hat, ins Leere - sofern man ein Trauerspiel erwartet. Aber Recht hat man schon mit der Annahme, dass "Back Home" eine Art Metapher ist. Tatsächlich benennt er die CD nach einem Gemüts- und Lebenszustand, doch singt er kaum darüber. Der inzwischen 60-Jährige muss nicht weiter über sich mitteilen, und er muss auch nichts mehr beweisen. Er genießt das Leben und "wieder daheim" zu sein, also nichts Profaneres, als eine eigene Familie und ein Zuhause zu haben.
Eric Clapton hat wieder geheiratet und ist in den letzten fünf Jahren Vater von drei Mädchen geworden. Sinnigerweise hat die Produktion von "Back Home" unterm Strich fast genau so lange gedauert. Auch das zeugt von Gelassenheit und spiegelt sein derweil recht bürgerliches Leben wider, mit Partnerin Melia, die "ein Konzept von Familie" hat, wie er unlängst sagte. Das erklärt doch eigentlich fast alles.
Es ist der CD unmissverständlich zu entnehmen: der Mann will musizieren - und sonst nix. Als Vollprofi und Idol (Graffities der 70er: "Clapton ist Gott") setzt er sich hin und lässt ganz easy seine Songs aus der Gitarre plätschern. Fehlerfrei und perfekt arrangiert. Leider geht diese Gelassenheit mit einer gewissen Belanglosigkeit Hand in Hand. Ganz hübsche Lieder zum Anhören und Mitsummen, jedoch nix zum schmachtigen Hinlauschen. Die Platte reißt einen nicht vom Hocker. Lediglich beim Titelsong "Back Home" spitzt man die Ohren - und das auch nur, wenn man John Denver mag.
Me and Mr. Johnson
Eric Clapton scheint ja in letzter Zeit wieder in guter Form zu sein, mit den Liedern des noch olleren Robert Johnson läuft er aber zu wirklich großer Form auf.
Robert Johnson war der wohl einflussreichste Blues-Musiker in der Musikgeschichte. Historiker gründen auf seiner Musik und speziell seinem Gitarrenspiel die Entstehung des Rock'n'Roll und in der Folge auch die des Hardrocks und Heavy Metals. Eigentlich verrückt, denn von Johnson existieren lediglich 29 Aufnahmen, die er in zwei Sessions 1936/37 aufnimmt.
Überaus schwungvoll werfen Clapton und seine Band sich in die durchweg über sechzig Jahre alten Stücke, wobei sich der Sänger mit Jerry Portnoy an der Mundharmonika hingebungsvolle Duelle liefert, wer den anderen an Inbrunst übertrifft ("Little Queen Of Spades", "Me And The Devil Blues"). Insgesamt aber bleiben die Musiker eher nahe an den Originalen und verkneifen sich jede Anbiederung an die musikalische Neuzeit.
Zum grundsoliden Eindruck tragen vor allem der ehemalige Beatles-Keyboarder Billy Preston und die zuverlässig agierende Rhythmusgruppe bei. Wenn letztere es wie im "Traveling Riverside Blues" einmal übertreibt mit der Geradlinigkeit, greift sofort der Meister mit einem schönen Solo auf der Slide-Gitarre ein.